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Die Sage vom Bau der Timmeler Kirche

Am Rande eines alten Meeres, heute als Dorfteich für den Erholungssuchenden ausgebaut, liegt die Timmeler Kirche von 1736 mit dem Glockenturm von 1850. Es ist der dritte Kirchenbau nach einer Holzkirche aus dem 12. und einer mittelalterlichen Backsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert. Der Untergrund am Randes eines Feuchtgebietes war wenig tragfähig und weist bis heute eine 90 cm starke Schicht Hochmoor auf. Durch Hand- und Spanndienste mußte eine Kirchwarf aufgefahren werden. Warum wurde ein so ungünstiger Platz ausgewählt? Wollte man die geringe Fläche des bebaubaren Landes schonen oder sollte eine heidnische Kultstätte durch den Bau einer christlichen Kirche überwunden werden?

Daß es damals Meinungsverschiedenheiten über den Ort gab, beweist folgende Sage: Weil die Timmeler sich nicht darüber einigen konnten, wo sie ihre Kirche bauen wollten, trafen sie sich an der Dorflinde und hielten einen Rat ab. Sie beschlossen, die Entscheidung durch ein Gottesurteil herbeizuführen. "Laßt uns zwei Ochsen zusammenbinden und jagt sie davon. Wo sie sich niederlassen, da wollen wir unsere Kirche bauen." Wes es ein heißer Sommertag war suchten die Tiere Kühlung und ließen sich am Randes des Meeres im Wasser nieder. An dieser Stelle wurde nun die Warf aufgefahren und die Kirche gebaut.

 

Das sagenumwobene Frauenmeer

Ein Gewässer von anderem Charakter ist das abgelegene Frauenmeer. Das Auge des Besuchers fällt auf eine kreisrunde Wasserfläche. Es liegt auf einem hohen Geestvorsprung und ist viel tiefer als die seichten und großflächigen Meere in den anmoorigen Niederlassungsgebieten mit hohem Grundwasserstand.

Von alters her war die Entstehung des Frauenmeeres ein Rätsel, so daß sich die Sage des kleinen Sees bemächtigt hat: An der Stelle, wo sich jetzt das Frauenmeer befindet, wohnten einst drei Schwestern, die ebenso reich wie hartherzig und geizig waren. Sie kümmerten sich nicht um die Not und das Elend ihrer Mitmenschen und ließen die Armen lieber Hungers sterben, als ihnen eine Gabe zu geben. Dafür traf sie die Strafe des Himmels. Eines Nachts versank das Haus mitsamt den drei Frauen. An dieser Stelle hatte sich ein tiefer Trichter gebildet, der sich alsbald mit Grundwasser füllte. Die Bewohner Timmels waren durch dieses Ereignis aufgeschreckt, eilten herbei und vergossen Tränen vor Angst und Schrecken. Daher heißt das Land in der Nähe des Meeres noch heute "Tranackers". Der entstandene See aber erhielt in Erinnerung an die drei Frauen die Bezeichnung Frauenmeer.

Heute ist man über die Entstehung folgender Meinung: Wie es noch heute am Rande der Arktis in Kanada und Sibirien vorkommt, trat in der letzten Eiszeit Wasser nach oben, fror hoch und nahm die Deckschichten bis zu einer Höhe von 50 Metern nach oben und bildete eine Frostbeule (Pingo). Nach dem Tauen wurden die Deckschichten am Rande ringförmig abgelagert.